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PPL(H) Schweiz: Überblick für Einsteiger

Die PPL(H) ist die europäische Privatpilotenlizenz für Helikopter und erlaubt dir das nicht-gewerbliche Fliegen von Hubschraubern. Dieser Ratgeber zeigt dir, was die Lizenz umfasst, welche Voraussetzungen gelten und wie der Weg von der ersten Theoriestunde bis zum Schein in der Schweiz aussieht.

Was ist die PPL(H)?

Die Private Pilot Licence (Helicopter) ist eine europäische Lizenz nach EASA Part-FCL. Sie berechtigt dich, Helikopter im nicht-gewerblichen Betrieb zu führen — also private Flüge mit Freunden und Familie, aber kein bezahlter Personen- oder Frachttransport. In der Schweiz wird sie durch das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) ausgestellt, basiert aber vollständig auf EASA-Regulierung und ist dadurch in allen EASA-Staaten gültig.

Mit der PPL(H) darfst du:

Was du nicht darfst: Geld fürs Fliegen verlangen (ausser anteilige Kostenteilung nach klar definierten Regeln), Instrumentenflug ohne IR(H), Nachtflug ohne Night Rating.

Wer kann die PPL(H) machen?

Die Einstiegshürden sind überschaubar:

Eine bestimmte Schulbildung ist nicht vorgeschrieben. Mathe und Physik auf Sekundarstufe-II-Niveau helfen dir aber bei Fächern wie Navigation, Performance und Principles of Flight.

Der Weg von Null zur Lizenz

1. Theorieausbildung

Du musst neun EASA-Theoriefächer absolvieren:

  1. Air Law
  2. Human Performance
  3. Meteorology
  4. Communications (VFR)
  5. Principles of Flight (Helicopter)
  6. Operational Procedures
  7. Flight Performance and Planning
  8. Aircraft General Knowledge (Helicopter)
  9. Navigation

Der Theorieunterricht wird über eine zugelassene Ausbildungsorganisation (DTO oder ATO) abgewickelt. Insgesamt sind mindestens 100 Stunden Theorieunterricht vorgeschrieben, davon ein Teil im Selbststudium. Aero.Academy deckt diese Fächer mit adaptiven Fragenkatalogen und KI-gestütztem Üben ab.

2. BAZL-Theorieprüfung

Die Prüfung erfolgt in der Schweiz beim BAZL als computerbasierter Test (ECQB-PPL-H). Es sind neun separate Fächerprüfungen mit Multiple-Choice-Fragen. Bestehensgrenze: 75 % pro Fach. Du hast 18 Monate ab dem ersten bestandenen Fach Zeit, alle neun abzuschliessen. Innerhalb dieser Frist sind maximal vier Anläufe pro Fach erlaubt. Nach Bestehen aller Fächer hast du 24 Monate, um die praktische Prüfung abzulegen.

Aktuelle BAZL-Gebühren: rund CHF 60 pro Fachprüfung, Stand 2024 — prüfe das vor der Anmeldung auf bazl.admin.ch.

3. Praktische Flugausbildung

Mindestanforderungen nach FCL.210.H:

Die Ausbildung läuft über eine ATO (Approved Training Organisation) oder DTO (Declared Training Organisation). In der Schweiz gibt es eine Handvoll Heli-Schulen, primär im Mittelland und im Wallis. Übliche Schultypen: Robinson R22, Cabri G2, gelegentlich Schweizer 300.

4. Skill Test

Den Abschluss bildet der praktische Skill Test mit einem vom BAZL bestellten Examiner. Geprüft werden Flugplanung, Vorflugkontrolle, Manöver (Hovering, Autorotation, Quickstops, Confined Area, etc.), Navigation, Notverfahren und Funk.

Kostenrahmen

Realistisch musst du in der Schweiz mit CHF 35'000 bis 55'000 rechnen, abhängig von Schule, Mustertyp und wie effizient du durchziehst. Die R22 ist günstiger pro Stunde als der Cabri, aber tendenziell anspruchsvoller zu fliegen. Wer mehr als die Mindestanzahl Stunden braucht — was häufig vorkommt —, landet schnell im oberen Bereich.

Hauptkostenblöcke:

Nach der Lizenz

Mit der frischen PPL(H) bist du auf das Muster eingetragen, auf dem du geprüft hast. Weitere Type Ratings (z. B. Bell 206, AS350) kannst du nachträglich erwerben. Erweiterungen wie Night Rating, Mountain Rating (in der Schweiz besonders relevant) oder später IR(H) und CPL(H) bauen auf der PPL(H) auf.

Wichtig für die Aufrechterhaltung: Rolling-Recency für Passagiermitnahme (3 Starts und Landungen in den letzten 90 Tagen auf dem entsprechenden Muster), gültiges Medical und alle zwei Jahre ein Proficiency Check oder die Erfüllung der Flugerfahrungs-Voraussetzungen für die Verlängerung des Type Ratings.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die PPL(H)-Ausbildung in der Schweiz?

Realistisch zwischen 12 und 24 Monaten. Wer Vollzeit und mit gutem Wetter trainiert, schafft es schneller; die meisten Anwärter:innen bilden sich aber berufsbegleitend aus und brauchen 1.5 bis 2 Jahre bis zur Lizenz.

Was kostet die PPL(H) in der Schweiz?

Plane CHF 35'000 bis 55'000 ein. Die genauen Kosten hängen von Schule, Helikoptermuster (R22 ist günstiger als Cabri G2) und der Anzahl benötigter Flugstunden ab. Viele brauchen mehr als die 45 Pflichtstunden.

Brauche ich Vorkenntnisse oder eine bestimmte Schulbildung?

Nein. Es gibt keine formale Schulanforderung. Solide Mathe- und Physikkenntnisse auf Sek-II-Niveau helfen dir aber bei Navigation, Meteorologie und Performance. Englisch ist für die Theorie und den späteren Funk im Ausland nötig.

Kann ich mit einer PPL(H) Geld verdienen?

Nein. Die PPL(H) ist eine private Lizenz. Für bezahlte Flüge brauchst du eine CPL(H). Erlaubt ist nur anteilige Kostenteilung mit Mitfliegenden nach den EASA-Regeln zu Cost-Sharing-Flügen.

Was ist der Unterschied zwischen DTO und ATO?

Eine ATO (Approved Training Organisation) ist umfassender zertifiziert und darf alle Lizenzen bis ATPL ausbilden. Eine DTO (Declared Training Organisation) ist auf bestimmte Lizenzen wie PPL beschränkt, einfacher organisiert und in der Praxis für PPL(H) genauso gültig.

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Stand: 2026-05-18T15:27:46.573444+00:00. Dieser Artikel ist eine Orientierungshilfe und ersetzt keine offizielle Behörden-Information oder die Ausbildung an einer zugelassenen ATO. Vorschriften können sich ändern — für rechtsverbindliche Auskünfte direkt bei deiner zuständigen Luftfahrtbehörde (BAZL in CH, LBA in DE, Austro Control in AT) oder deiner Flugschule nachfragen.

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