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PPL(A) Schweiz: Der Überblick für Einsteiger

Die PPL(A) ist die europäische Privatpilotenlizenz für Flächenflugzeuge und der Standard-Einstieg in die nichtkommerzielle Fliegerei. Dieser Artikel zeigt dir, was die Lizenz erlaubt, wer sie machen kann und wie der Weg vom ersten Schnupperflug bis zum Schein in der Schweiz aussieht.

Was ist die PPL(A)?

Die Private Pilot Licence (Aeroplane) ist eine EASA-Lizenz nach Part-FCL. Sie erlaubt dir, einmotorige Kolbenflugzeuge (Single Engine Piston, SEP) im nichtkommerziellen Bereich als verantwortlicher Pilot (PIC) zu führen. Du darfst Passagiere mitnehmen, aber kein Geld dafür verlangen — Kostenteilung im engen EASA-Rahmen ist erlaubt.

Die Lizenz ist EU/EASA-weit gültig. Mit einer in der Schweiz ausgestellten PPL(A) fliegst du also auch in Deutschland, Frankreich oder Spanien legal. Ausserhalb der EASA (z.B. USA) brauchst du eine Validierung oder Umschreibung.

Zuständige Behörde in der Schweiz ist das BAZL (Bundesamt für Zivilluftfahrt) in Ittigen bei Bern.

Was darfst du mit einer PPL(A)?

Nicht erlaubt: gewerblicher Transport, Passagier-Bezahlung über Kostenteilung hinaus, IFR ohne Instrumentenrating.

Wer kann die PPL(A) machen?

Die Voraussetzungen sind überschaubar:

Eine bestimmte Schulbildung ist nicht vorgeschrieben. Solides Grundverständnis in Mathematik und Physik hilft aber bei der Theorie.

Der Weg von Null bis zum Schein

1. Schnupperflug und Medical

Bevor du Zeit und Geld investierst, mach einen Schnupperflug bei einer Flugschule. Passt das, hol dir das Medical Class 2 bei einem AME. Ohne gültiges Medical kein Solo-Flug. Die Liste der AMEs findest du auf der BAZL-Website.

2. Anmeldung bei einer ATO oder DTO

Du brauchst eine zugelassene Ausbildungsorganisation:

Beide sind für PPL(A) zulässig. In der Schweiz gibt es Dutzende — von Birrfeld über Grenchen, Bern-Belp, Lausanne bis Locarno.

3. Theorieausbildung

Neun Fächer nach EASA:

  1. Air Law
  2. Human Performance
  3. Meteorology
  4. Communications
  5. Principles of Flight
  6. Operational Procedures
  7. Flight Performance and Planning
  8. Aircraft General Knowledge
  9. Navigation

Die Theorie kannst du im Präsenzunterricht, Fernkurs oder mit einer Lernplattform wie Aero.Academy machen. Mindeststundenzahl: gemäss ATO/DTO-Lehrplan, in der Praxis 100+ Stunden Selbststudium.

4. Theorieprüfung beim BAZL

Du legst die Prüfungen elektronisch beim BAZL ab (Standort Ittigen). Jedes Fach ist Multiple Choice, Bestehensgrenze 75 %. Pro Fach hast du maximal vier Versuche, alle neun Fächer musst du innerhalb von 18 Monaten ab dem ersten Versuch bestehen. Die komplette Theorie ist ab Bestehen 24 Monate gültig für die Skill-Test-Anmeldung.

5. Praktische Flugausbildung

Mindestens 45 Flugstunden total, davon:

Realistisch brauchen die meisten Schüler 50–60 Stunden, bis sie reif für den Skill Test sind. Die Stunden sammelst du typischerweise auf einer Cessna 152/172, Piper PA-28 oder Diamond DA20/40.

6. Skill Test (praktische Prüfung)

Mit einem vom BAZL ernannten Prüfer (FE — Flight Examiner) absolvierst du den Check-Flug. Geprüft werden Flugplanung, Normal- und Notverfahren, Navigation, Landungen. Bei Erfolg stellst du den Antrag auf Lizenzausstellung beim BAZL.

7. Lizenz erhalten

Das BAZL stellt die PPL(A) mit eingetragenem SEP-Rating aus. Gebühren BAZL: rund CHF 200–400 für Lizenzausstellung, dazu Prüfungsgebühren pro Theoriefach. Die Lizenz selbst ist lebenslang gültig — das SEP-Rating musst du alle 24 Monate verlängern (12 h Flug, davon 6 h PIC, 1 h Trainingsflug mit FI, oder Proficiency Check).

Wie lange dauert das?

Kompakt mit Vollzeit-Engagement: 6–9 Monate. Berufsbegleitend, was die Regel ist: 1–2 Jahre. Limitierend sind Wetter (gerade im Winter), Verfügbarkeit von Lehrer und Flugzeug sowie dein Zeitbudget für die Theorie.

Was kostet die PPL(A) in der Schweiz?

Grobe Richtwerte 2024:

Total realistisch: CHF 20'000–25'000. Wer in einem Verein fliegt, kann deutlich günstiger wegkommen.

Nach der PPL — was kommt danach?

Die PPL ist der Einstieg, nicht das Ende. Sinnvolle nächste Schritte:

Für jeden dieser Schritte gilt: solide PPL-Grundlagen zahlen sich aus.

Häufige Fragen

Wie alt muss ich für die PPL(A) sein?

Du darfst die Ausbildung früher beginnen, musst aber 16 Jahre alt sein für den ersten Alleinflug und 17 Jahre für die Lizenzausstellung. Ein oberes Alterslimit gibt es nicht — solange das Medical Class 2 gültig ist.

Was kostet die PPL(A)-Ausbildung in der Schweiz realistisch?

Plane CHF 20'000 bis 25'000 ein. Davon entfallen rund CHF 15'000–18'000 auf die Flugstunden, der Rest auf Theorie, Medical, BAZL-Gebühren, Material und Skill Test. Vereinsflieger fliegen oft günstiger.

Wie viele Theorieprüfungen muss ich beim BAZL ablegen?

Neun Fächer nach EASA-Standard, alle Multiple Choice mit Bestehensgrenze 75 %. Du legst sie elektronisch beim BAZL in Ittigen ab. Alle neun musst du innerhalb von 18 Monaten ab dem ersten Versuch bestehen.

Wie lange ist die PPL(A) gültig?

Die Lizenz selbst ist lebenslang gültig. Das eingetragene SEP-Rating musst du alle 24 Monate verlängern — entweder durch Flugerfahrung (12 h, davon 6 h PIC, plus 1 h Trainingsflug mit FI) oder einen Proficiency Check. Zusätzlich brauchst du ein gültiges Medical Class 2.

Kann ich mit einer Schweizer PPL(A) auch im Ausland fliegen?

Innerhalb der EASA-Staaten (EU plus Schweiz, Norwegen, Island, Liechtenstein) ist die Lizenz direkt gültig. Für Drittstaaten wie die USA brauchst du eine Validierung (z.B. FAA Piggyback-Lizenz) oder eine vollständige Umschreibung.

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Stand: 2026-05-18T15:31:05.441815+00:00. Dieser Artikel ist eine Orientierungshilfe und ersetzt keine offizielle Behörden-Information oder die Ausbildung an einer zugelassenen ATO. Vorschriften können sich ändern — für rechtsverbindliche Auskünfte direkt bei deiner zuständigen Luftfahrtbehörde (BAZL in CH, LBA in DE, Austro Control in AT) oder deiner Flugschule nachfragen.

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