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PPL(A) Überblick: Der Weg zur Privatpilotenlizenz

Die PPL(A) ist die Einstiegslizenz für Privatpiloten auf Flächenflugzeugen nach EASA-Standard. Dieser Ratgeber zeigt dir, was die Lizenz erlaubt, welche Voraussetzungen gelten und wie der Weg von der ersten Theoriestunde bis zum Schein konkret aussieht.

Was ist die PPL(A)?

Die PPL(A) – Private Pilot Licence (Aeroplane) – ist eine EASA-Lizenz, die dich berechtigt, einmotorige Flächenflugzeuge als verantwortlicher Pilot (PIC) im nicht-gewerblichen Flugbetrieb zu führen. Geregelt ist sie in der Verordnung (EU) Nr. 1178/2011, Anhang I (Part-FCL). In Deutschland stellt das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) die Lizenz aus.

Mit der PPL(A) darfst du:

Was du nicht darfst: Geld verdienen mit der Fliegerei (Kostenteilung mit Passagieren ist unter engen Auflagen erlaubt), Nachtflug ohne NVFR-Rating, Instrumentenflug ohne IR/EIR/BIR, Flüge mit mehrmotorigen Maschinen ohne MEP-Rating.

Wer kann die PPL(A) machen?

Die Hürden sind überschaubar:

Vorkenntnisse in Mathematik oder Physik schaden nicht, sind aber keine formale Voraussetzung. Wer rechnen kann und Englisch versteht, kommt durch die Theorie.

Der Weg von Null bis zum Schein

1. Flugschule wählen

Eine PPL(A) machst du an einer von der EASA zugelassenen Ausbildungsorganisation – entweder einer DTO (Declared Training Organisation) oder einer ATO (Approved Training Organisation). Beide dürfen die PPL(A) ausbilden. Unterschied: DTOs sind schlanker organisiert und meist günstiger, ATOs decken zusätzlich CPL/ATPL ab.

Frag bei der ersten Kontaktaufnahme konkret nach: Stundensatz inkl. Lehrer, Flotte (Alter, Wartungszustand), durchschnittliche Ausbildungsdauer und Gesamtkosten realistisch eingeschätzt.

2. Tauglichkeit klären

Bevor du Geld in die Ausbildung steckst, mach das Medical Klasse 2. Wenn dich der AME aus medizinischen Gründen aussortiert, hast du nichts verloren. Kosten: etwa 150–250 Euro für die Erstuntersuchung.

3. Theorieausbildung

Neun Fächer nach Part-FCL:

  1. Luftrecht
  2. Allgemeine Luftfahrzeugkunde
  3. Flugleistung und Flugplanung
  4. Menschliches Leistungsvermögen
  5. Meteorologie
  6. Navigation
  7. Betriebliche Verfahren
  8. Grundlagen des Fluges
  9. Kommunikation (VFR)

Der theoretische Unterricht umfasst mindestens 100 Stunden. Viele Schulen kombinieren Präsenzphasen mit E-Learning. Plattformen wie Aero.Academy decken die Fragenkataloge des LBA ab und trainieren dich gezielt auf die Prüfung.

4. Praktische Ausbildung

Mindestens 45 Flugstunden, davon:

Bis zu 5 Stunden können auf einem zugelassenen FSTD (Simulator) absolviert werden. In der Praxis brauchen viele Schüler 50–60 Stunden, weil das Wetter und die persönliche Lernkurve mitreden.

5. Theorieprüfung beim LBA

Die Theorieprüfung legst du beim LBA in Braunschweig oder an einem dezentralen Prüfungsort ab. Multiple-Choice, am Computer, alle neun Fächer einzeln. Bestehensgrenze: 75 % pro Fach. Du hast 18 Monate ab der ersten bestandenen Teilprüfung, um alle Fächer abzuschliessen, und danach 24 Monate Zeit für die praktische Prüfung.

Gebühren beim LBA: aktuell rund 100 Euro pro Prüfungssitzung, plus Lizenzgebühr bei Ausstellung.

6. Praktische Prüfung (Skill Test)

Der Skill Test wird mit einem Prüfer (FE – Flight Examiner) absolviert. Geprüft werden Flugvorbereitung, Navigation, Verfahren, Notverfahren, Platzrunden und allgemeine Flugführung. Dauer: rund zwei Stunden Flugzeit plus Briefing/Debriefing.

7. Lizenzantrag

Nach bestandener Prüfung reichst du den Antrag beim LBA ein – mit Prüfungsprotokoll, Medical, Sprachzeugnis, Flugbuchauszug und Zuverlässigkeitsbescheinigung. Bearbeitungszeit: erfahrungsgemäss mehrere Wochen.

Was kostet das Ganze?

Realistische Gesamtkosten in Deutschland 2024/2025: 10'000 bis 15'000 Euro. Zusammensetzung grob:

Wer in einem Verein fliegt, kommt oft günstiger weg als an einer kommerziellen Schule – dafür dauert die Ausbildung meist länger.

Wie lange dauert die Ausbildung?

In Vollzeit (z. B. Intensivkurs im Ausland) sind 6–10 Wochen möglich. Berufsbegleitend, mit Wochenend- und Feierabendfliegen, rechne mit 12–24 Monaten. Der häufigste Killer ist nicht das Talent, sondern Wetter, Terminkalender und Kontostand.

Nach der PPL: Wie geht's weiter?

Die PPL(A) ist die Basis. Üblich sind danach:

Zur Aufrechterhaltung der SEP-Klassenberechtigung brauchst du innerhalb der letzten 24 Monate vor Ablauf 12 Flugstunden, davon 6 als PIC, 12 Starts und Landungen und einen einstündigen Auffrischungsflug mit Lehrer.

Häufige Fragen

Wie alt muss ich für die PPL(A) sein?

Mit der Ausbildung kannst du jederzeit beginnen. Die Theorieprüfung darfst du ab 16 ablegen, den ersten Alleinflug ebenfalls ab 16 absolvieren. Die Lizenz selbst wird vom LBA ab dem 17. Geburtstag ausgestellt.

Brauche ich für die PPL(A) ein Medical Klasse 1?

Nein. Für die PPL(A) reicht das Medical Klasse 2, ausgestellt von einem AME (flugmedizinischer Sachverständiger). Klasse 1 brauchst du erst, wenn du CPL oder ATPL anstrebst.

Was kostet die PPL(A) in Deutschland realistisch?

Rechne mit 10'000 bis 15'000 Euro inklusive Flugstunden, Theorie, Medical, Prüfungsgebühren und Zubehör. Vereinsausbildung ist oft günstiger als kommerzielle Schulen, dauert aber länger.

Wie lange ist die Theorieprüfung gültig?

Ab der ersten bestandenen Teilprüfung hast du 18 Monate Zeit, alle neun Fächer abzuschliessen. Nach kompletter Theorie hast du weitere 24 Monate, um die praktische Prüfung (Skill Test) zu bestehen.

Kann ich die PPL(A) im Ausland machen und in Deutschland nutzen?

Ja, wenn die Ausbildung an einer EASA-zugelassenen ATO/DTO innerhalb eines EASA-Mitgliedstaates erfolgt, ist die Lizenz EU-weit gültig. Bei Ausbildungen ausserhalb der EASA (z. B. FAA in den USA) musst du die Lizenz umschreiben lassen, was zusätzliche Prüfungen erfordert.

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Stand: 2026-05-18T15:32:10.164756+00:00. Dieser Artikel ist eine Orientierungshilfe und ersetzt keine offizielle Behörden-Information oder die Ausbildung an einer zugelassenen ATO. Vorschriften können sich ändern — für rechtsverbindliche Auskünfte direkt bei deiner zuständigen Luftfahrtbehörde (BAZL in CH, LBA in DE, Austro Control in AT) oder deiner Flugschule nachfragen.

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