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Medical Klasse 2 für PPL(A): Ablauf, Kosten, Gültigkeit

Ohne gültiges medizinisches Tauglichkeitszeugnis Klasse 2 darfst du als PPL(A)-Anwärter weder solo fliegen noch die praktische Prüfung ablegen. Hier liest du, was geprüft wird, wo du den Termin bekommst, was es kostet und wie es mit Brille oder Vorerkrankungen aussieht.

Wofür du das Medical Klasse 2 brauchst

Für die PPL(A) — die Privatpilotenlizenz für Flächenflugzeuge — schreibt die EASA (Verordnung (EU) Nr. 1178/2011, Part-MED) das Medical Class 2 vor. Für die LAPL reicht ein leichteres LAPL-Medical, aber wenn du PPL anstrebst, hol dir gleich Klasse 2. Ohne dieses Zeugnis bekommst du keinen Erstflug-Schüler-Status für Soloflüge und keine Zulassung zur praktischen Prüfung.

Wichtig: Das Medical ist lizenz-unabhängig in dem Sinn, dass es vor der ersten Soloflugfreigabe vorliegen muss. Den theoretischen Unterricht und die Theorieprüfung kannst du auch ohne Medical starten — aber spätestens vor dem ersten Alleinflug brauchst du es.

Wo bekommst du das Medical?

Ausgestellt wird das Klasse-2-Zeugnis ausschliesslich von einem AME (Aero-Medical Examiner) — einem vom LBA (Luftfahrt-Bundesamt) anerkannten Fliegerarzt. Eine offizielle Liste findest du auf der Website des LBA unter „Medizinisches Personal / AME-Liste". Hausärzte oder normale Betriebsärzte dürfen kein EASA-Medical ausstellen.

Tipps zur Auswahl:

Was wird untersucht?

Die Erstuntersuchung (Initial Class 2) ist umfangreicher als die Folgeuntersuchungen. Du solltest etwa zwei Stunden einplanen. Geprüft werden unter anderem:

Eine Blutuntersuchung ist beim Class 2 in der Regel nicht Pflicht (anders als bei Class 1).

Was kostet das?

Die Gebühren sind in Deutschland nicht einheitlich geregelt; jeder AME rechnet nach eigener Tarifordnung (GOÄ-orientiert). Realistische Spannen:

Die Krankenkasse zahlt nichts — das Medical ist eine IGeL-Leistung. Bring Bargeld oder EC-Karte mit, viele Praxen rechnen direkt vor Ort ab.

Gültigkeit

Die Gültigkeit hängt vom Alter ab (Part-MED.A.045):

Beachte: Wenn du während eines 5-Jahres-Zeitraums 40 wirst, läuft das Medical nur noch bis zum 42. Geburtstag — die Gültigkeit verkürzt sich automatisch. Verlängerung kannst du bis zu 45 Tage vor Ablauf machen, ohne dass die Restlaufzeit verfällt.

Brille, Kontaktlinsen, Sehschwäche

Eine der häufigsten Sorgen — meist unbegründet. Mit Sehhilfe fliegen ist problemlos möglich, solange du mit Korrektur die geforderten Visus-Werte erreichst:

Du bekommst dann einen Eintrag (Limitation) ins Medical:

Auch nach einer LASIK/PRK-OP ist Klasse 2 möglich, in der Regel drei Monate nach Eingriff bei stabilen Werten und unauffälligem augenärztlichem Bericht.

Farbsehschwäche: Wenn du Ishihara nicht bestehst, gibt es Folgetests (Anomaloskop, Lantern Test). Im schlimmsten Fall bekommst du die Auflage „nicht bei Nacht und nicht mit Funkverkehr per Lichtsignal" — fliegen kannst du trotzdem.

Was, wenn etwas auffällt?

Findet der AME etwas, gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Direkt fit: Du bekommst das Zeugnis sofort mit, oft als Druck aus dem EASA-Medical-Portal.
  2. Vertagung: Bei unklaren Befunden (z. B. Bluthochdruck, EKG-Auffälligkeit) holst du Zusatzbefunde nach und reichst sie nach.
  3. Weiterleitung ans LBA: Bei komplexen Fällen entscheidet das LBA über Tauglichkeit, ggf. mit Auflagen (OML — „nur mit qualifiziertem Co-Piloten", für PPL meist nicht relevant).

Wichtig: Auch wenn etwas Chronisches vorliegt (Asthma, gut eingestellter Bluthochdruck, ADHS-Vorgeschichte), heisst das nicht automatisch „untauglich". Sprich vorher mit einem AME — eine Voranfrage kostet wenig und erspart böse Überraschungen.

Was du zum Termin mitbringst

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Stand: 2026-05-18T15:51:40.433301+00:00. Dieser Artikel ist eine Orientierungshilfe und ersetzt keine offizielle Behörden-Information oder die Ausbildung an einer zugelassenen ATO. Vorschriften können sich ändern — für rechtsverbindliche Auskünfte direkt bei deiner zuständigen Luftfahrtbehörde (BAZL in CH, LBA in DE, Austro Control in AT) oder deiner Flugschule nachfragen.

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