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Theorie

Die 9 EASA-Theoriefächer für den PPL(H) im Überblick

Für den PPL(H) musst du in Österreich neun EASA-Theoriefächer bestehen, bevor du zur praktischen Prüfung antreten darfst. Dieser Ratgeber erklärt dir, was in jedem Fach drinsteckt und worauf du beim Lernen achten solltest.

Warum neun Fächer?

Die EASA hat den Lehrplan für die PPL-Theorie in neun thematische Blöcke unterteilt. Für den PPL(H) — also die Privatpilotenlizenz für Helikopter — gelten dieselben neun Fächer wie für den PPL(A), allerdings mit helikopterspezifischen Inhalten in den technischen Fächern. Geprüft wird bei Austro Control im Multiple-Choice-Format. Du musst in jedem Fach mindestens 75 % erreichen, sonst gilt das Fach als nicht bestanden und muss wiederholt werden.

Alle neun Fächer musst du innerhalb von 18 Monaten ab dem ersten Antritt abschliessen. Nach bestandener letzter Prüfung hast du 24 Monate Zeit, die praktische Prüfung abzulegen.

1. Air Law (Luftrecht)

Hier lernst du die rechtlichen Grundlagen: ICAO-Annexe, EASA-Verordnungen (insbesondere Part-FCL und SERA), Lufträume, Sichtflugregeln, Lizenzierung, Medical-Anforderungen und nationale Besonderheiten in Österreich. Air Law ist trocken, aber überschaubar — viel Auswendiglernen, wenig Verständnisfragen. Achte besonders auf VFR-Mindestsichten, Luftraumklassen C, D, E, G und die ATZ/CTR-Regelungen in Österreich.

2. Aircraft General Knowledge (AGK)

AGK ist die technische Grundausbildung. Für PPL(H) bedeutet das:

Das Fach ist breit angelegt. Wenn du auf einem Robinson schulst, lohnt es sich, das POH parallel zum Theoriestoff zu lesen.

3. Flight Performance and Planning

Hier rechnest du. Konkret: Masse und Schwerpunkt (Weight & Balance), Leistungsdiagramme (HIGE, HOGE — Hover In/Out of Ground Effect), Treibstoffberechnung, Flugplanung mit Wind und Steigleistung. Beim Heli besonders relevant: die Auswirkung von Dichtehöhe auf die Schwebeflugleistung. An einem heissen Sommertag in einem Alpental kann HOGE schlicht nicht mehr möglich sein — das musst du rechnen können.

4. Human Performance and Limitations

Physiologie und Psychologie des Fliegens. Themen: Hypoxie, Hyperventilation, räumliche Desorientierung, Vestibularsystem, Sehen bei Nacht, G-Belastung, Ermüdung, Stress, Entscheidungsfindung (ADM, Threat & Error Management). Beim Heli ist Vibration ein zusätzliches Thema. Das Fach ist eher Auswendigarbeit, dafür hat es viele Fragen mit klaren Antworten.

5. Meteorology (Met)

Met ist umfangreich und für die fliegerische Praxis essenziell:

Für Heli-Anwärter in Österreich besonders wichtig: Gebirgsmeteorologie und Leewellen.

6. Navigation (Nav)

Klassische Sichtnavigation, Kartenlesen (ICAO-Karte 1:500'000), Koppelnavigation, Zeit-Geschwindigkeit-Distanz-Rechnungen, Magnetismus und Kompassfehler, Grundlagen Funknavigation (VOR, NDB, GNSS). Hier brauchst du den Navigationsrechner (E6B oder elektronisch) sicher im Griff. Heli-Navigation unterscheidet sich nicht grundlegend von Flächen-Navigation, aber typische Heli-Routen verlaufen oft tiefer und folgen Tälern — Pinpoint-Navigation wird relevanter.

7. Operational Procedures

Betriebsverfahren querbeet: Bodenoperationen, Tankvorgänge, Notverfahren, Wake Turbulence, Fire & Smoke, Sicherheitsausrüstung, ELT, Search & Rescue. Heli-spezifisch: Aussenlast, Confined Area Operations, Run-on Landings, Notverfahren wie Autorotation (theoretisch — praktisch übst du das im Flug). Auch SMS-Grundlagen und CRM gehören dazu.

8. Principles of Flight (POF)

Aerodynamik. Beim Heli deutlich anders als beim Flächenflugzeug:

POF(H) ist das Fach, in dem du am meisten verstehen musst — reines Auswendiglernen reicht nicht. Wer hier solide ist, hat es in der praktischen Ausbildung deutlich leichter.

9. Communications (Comms)

Sprechfunk auf Deutsch und Englisch: Standardphraseologie, Rufzeichen, Q-Gruppen, Notverfahren (Mayday, Pan-Pan), Frequenzwechsel, Verfahren in kontrolliertem und unkontrolliertem Luftraum. In Österreich ist für VFR-Flüge ausserhalb kontrollierter Lufträume nicht zwingend Funk nötig, aber das Sprechfunkzeugnis (AFZ/BFZ) brauchst du sowieso separat — die Comms-Theorieprüfung deckt das fachliche Wissen ab, das praktische Funkzeugnis ist eine eigene Prüfung bei Austro Control.

Prüfungsorganisation in Österreich

Die Theorieprüfungen legst du bei Austro Control in Wien ab, in der Regel an Computerterminals. Die Anmeldung läuft über deine ATO (Approved Training Organisation). Du kannst die Fächer einzeln oder in Sessions abarbeiten — gängig sind zwei bis drei Sitzungen. Pro Fach hast du maximal vier Versuche; insgesamt sind sechs Prüfungssessions erlaubt.

Wie du sinnvoll lernst

Häufige Fragen

Wie viele Theoriefächer muss ich für den PPL(H) bestehen?

Neun Fächer nach EASA-Standard: Air Law, Aircraft General Knowledge, Flight Performance & Planning, Human Performance, Meteorology, Navigation, Operational Procedures, Principles of Flight und Communications. In jedem Fach brauchst du mindestens 75 %.

Sind die PPL(H)- und PPL(A)-Theoriefächer identisch?

Die neun Fächer sind dieselben, aber die Inhalte in AGK, Performance, Operational Procedures und Principles of Flight sind helikopterspezifisch. Air Law, Human Performance, Meteorology, Navigation und Comms sind weitgehend identisch.

Wie lange habe ich Zeit, alle Theorieprüfungen abzuschliessen?

Ab dem ersten Antritt 18 Monate, um alle neun Fächer zu bestehen. Nach der letzten bestandenen Theorieprüfung bleiben dir 24 Monate, um die praktische Prüfung abzulegen.

Wo lege ich die Theorieprüfungen in Österreich ab?

Bei Austro Control in Wien, meist computerbasiert. Die Anmeldung erfolgt über deine ATO. Pro Fach hast du maximal vier Versuche, insgesamt sind sechs Prüfungssessions erlaubt.

Ist das Sprechfunkzeugnis Teil der Theorieprüfung Comms?

Nein. Comms in der PPL-Theorie deckt das fachliche Wissen ab. Das praktische Sprechfunkzeugnis (AFZ für deutsch, BFZ für englisch) ist eine separate Prüfung bei Austro Control.

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Stand: 2026-05-18T15:56:17.106486+00:00. Dieser Artikel ist eine Orientierungshilfe und ersetzt keine offizielle Behörden-Information oder die Ausbildung an einer zugelassenen ATO. Vorschriften können sich ändern — für rechtsverbindliche Auskünfte direkt bei deiner zuständigen Luftfahrtbehörde (BAZL in CH, LBA in DE, Austro Control in AT) oder deiner Flugschule nachfragen.

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