Aero.Academy

Theorie

Die 9 EASA-Theoriefächer für PPL(A) im Überblick

Für die PPL(A)-Theorieprüfung musst du neun Fächer ablegen – jedes mit eigenem Fokus und eigener Logik. Dieser Überblick zeigt dir, was inhaltlich drin ist und worauf du dich vorbereiten solltest.

Die EASA legt im Part-FCL fest, welche Theoriefächer du für die PPL(A) bestehen musst. In Deutschland nimmt dir das LBA die Prüfung an einem zugelassenen Prüfungsort ab – als Multiple-Choice-Test, meist computerbasiert. Insgesamt sind es neun Fächer, die du einzeln bestehen musst (Bestehensgrenze: 75 %). Hier bekommst du einen sauberen Überblick, was in jedem Fach steckt.

1. Air Law (Luftrecht)

Das Fach behandelt die rechtlichen Grundlagen des Fliegens: ICAO-Annexe, EU-Verordnungen (insbesondere SERA – Standardised European Rules of the Air), Luftraumstruktur (Klassen A–G), Lizenzierungsregeln nach Part-FCL, sowie nationale Besonderheiten Deutschlands über das LuftVG und die LuftVO.

Du lernst Vorflugregeln, Ausweichregeln, Sichtflugminima, Mindestflughöhen und was bei Verstössen passiert. Eher trockenes Auswendiglernen, aber prüfungsrelevant und im Cockpit später wichtig.

2. Aircraft General Knowledge (AGK)

AGK ist die technische Grundlage: Zellenbauweise, Triebwerke (Kolben- und Turbinentriebwerke im Überblick), Propeller, elektrisches System, Hydraulik, Avionik und Bordinstrumente.

Konkret: Wie funktioniert ein Vierhaktmotor, was passiert bei Vergaservereisung, wie liest du ein Pitot-Statik-System, was sind die Limitations eines Variometers? Auch Notausrüstung und Massensystem (W&B-Grundlagen) gehören rein.

3. Flight Performance and Planning (Performance)

Hier geht es ums Rechnen: Start- und Landestrecken aus dem POH herauslesen, Korrekturen für Wind, Temperatur, Druckhöhe und Pistenbeschaffenheit. Dazu Mass and Balance – Schwerpunktberechnung mit Hebelarmen, Beladungsdiagramme.

Du lernst zudem Flugplanung: Treibstoffberechnung (Trip Fuel, Contingency, Alternate, Final Reserve – mindestens 30 Minuten VFR Tag in Deutschland), Steig- und Sinkprofile.

4. Human Performance and Limitations

Der menschliche Faktor: Anatomie und Physiologie soweit fliegerisch relevant – Hypoxie, Hyperventilation, Druckausgleich, räumliche Desorientierung, Sehphysiologie (Tag-/Nachtsehen), Hörphysiologie.

Dazu Psychologie: Stress, Workload-Management, Entscheidungsfindung, Crew Resource Management (auch für Single-Pilot relevant: SRM). Alkohol, Medikamente und Müdigkeit sind feste Prüfungsthemen.

5. Meteorology (Met)

Eines der umfangreichsten Fächer. Inhalte: Atmosphärenaufbau, Druck und Temperatur, Wind (geostrophisch, Gradient, Bodenwind), Wolkenbildung und -klassifikation, Niederschlag, Vereisung, Gewitter, Turbulenz, Sichtweite, Nebelarten.

Praxisteil: METAR, TAF, SIGMET und GAFOR lesen, signifikante Wetterkarten interpretieren. Für Deutschland relevant: DWD-Produkte und pc_met.

6. Navigation (Nav)

Navigation umfasst drei Bereiche:

Hier brauchst du den Navigationsrechner (CRP-1 oder elektronisch) sicher.

7. Operational Procedures (Op Procedures)

Sammelfach für betriebliche Verfahren: ICAO-Doc 4444 in Grundzügen, Wake Turbulence Separation, Bird Strike, Notverfahren, Feuer an Bord, Druckkabinen-Notfälle (zumindest im Überblick), Such- und Rettungsverfahren (SAR), Transponder-Codes (z. B. 7500/7600/7700).

Auch Verfahren bei Triebwerkausfall, Funkausfall und Verirren werden geprüft.

8. Principles of Flight (Aerodynamik)

Theorie hinter dem Flug: Auftrieb und Widerstand, Polaren, Flügelprofile, Anstellwinkel, Strömungsabriss (Stall), Auswirkung von Klappen und Vorflügeln. Stabilität (Längs-, Quer-, Richtungsstabilität), Steuerung um die drei Achsen.

Dazu Sonderthemen: Trudeln, Bodeneffekt, Manövergrenzen (Lastvielfaches, Lastvielfachendiagramm Va, Vne).

9. Communications (Comms)

Sprechfunk auf Deutsch und Englisch, getrennt geprüft. Inhalte: Standard-Phraseologie (Doc 9432), Funkverfahren in kontrollierten und unkontrollierten Lufträumen, Notverfahren (MAYDAY, PAN PAN), Notfrequenz 121,5 MHz, Buchstabieralphabet.

In Deutschland brauchst du zusätzlich das BZF I (deutsch + englisch) oder BZF II (nur deutsch) bzw. das AZF für IFR – das ist eine separate Prüfung bei der Bundesnetzagentur, nicht beim LBA.

Prüfungsorganisation in Deutschland

Die Theorieprüfung legst du beim LBA bzw. an einem vom LBA autorisierten Prüfungsort ab. Du musst alle neun Fächer innerhalb von 18 Monaten ab dem ersten Prüfungsversuch abschliessen. Pro Fach hast du vier Versuche, maximal sechs Sitzungen insgesamt. Bestehst du das nicht, musst du den Theoriekurs komplett wiederholen.

Nach bestandener Theorie hast du 24 Monate, um die Praxisprüfung abzulegen.

Wie du am besten lernst

Die Fächer haben sehr unterschiedlichen Charakter: Air Law und Op Procedures sind primär Auswendiglernen, Performance und Nav sind Rechnen, Met und Principles of Flight verlangen Verständnis. Plan deine Lernzeit entsprechend – wer alles gleichmässig behandelt, verschwendet meist Zeit. Adaptive Lernsysteme wie Aero.Academy passen die Fragenauswahl an deine Schwächen an, was bei der Stoffmenge spürbar Effizienz bringt.

Häufige Fragen

Wie viele Theoriefächer muss ich für die PPL(A) bestehen?

Neun: Air Law, Aircraft General Knowledge, Flight Performance and Planning, Human Performance, Meteorology, Navigation, Operational Procedures, Principles of Flight und Communications. Jedes Fach wird einzeln geprüft, Bestehensgrenze ist 75 %.

Wie lange habe ich Zeit, alle Theoriefächer abzuschliessen?

Du musst alle neun Fächer innerhalb von 18 Monaten ab dem ersten Prüfungsversuch bestehen. Pro Fach hast du vier Versuche und maximal sechs Prüfungssitzungen insgesamt. Nach bestandener Theorie hast du 24 Monate für die Praxisprüfung.

Ist der Sprechfunk (BZF) Teil der LBA-Theorieprüfung?

Nein. Das Fach Communications im LBA-Test deckt die Theorie ab, aber das eigentliche Sprechfunkzeugnis (BZF I, BZF II oder AZF) musst du separat bei der Bundesnetzagentur ablegen. Ohne BZF kein VFR-Funkverkehr.

Welches Fach ist das schwierigste?

Subjektiv unterschiedlich. Statistisch fallen viele bei Meteorology und Navigation durch, weil dort Verständnis und Rechnen kombiniert werden. Air Law ist umfangreich, aber primär Auswendiglernen. Principles of Flight verlangt physikalisches Verständnis.

Kann ich die Fächer einzeln und in beliebiger Reihenfolge ablegen?

Ja, du kannst die neun Fächer auf mehrere Sitzungen verteilen (maximal sechs) und die Reihenfolge selbst wählen. Viele Schulen empfehlen, mit Air Law und Human Performance zu starten und Met/Nav später zu legen, wenn die Praxis-Navigation schon läuft.

Weitere Artikel: Theorie

Stand: 2026-05-18T15:58:34.512468+00:00. Dieser Artikel ist eine Orientierungshilfe und ersetzt keine offizielle Behörden-Information oder die Ausbildung an einer zugelassenen ATO. Vorschriften können sich ändern — für rechtsverbindliche Auskünfte direkt bei deiner zuständigen Luftfahrtbehörde (BAZL in CH, LBA in DE, Austro Control in AT) oder deiner Flugschule nachfragen.

Dein Pfad. Deine Theorie. Loslegen.

PPL(H) oder PPL(A) · CH, DE oder AT — wähl deinen Pfad. Beta gratis, ohne Kreditkarte. Pro startet erst nach dem CFI(H)-Review — dann 19 EUR/Monat oder 149 EUR/Jahr.

Aero.Academy ersetzt nicht die offizielle Theorie-Ausbildung an einer ATO.

Kurze Notiz

Conversion-Tracking via Google Ads

Akzeptierst du, setzen wir Google-Ads-Cookies um zu messen, welche Werbeanzeigen zu Anmeldungen führen. Unsere Reichweitenmessung (Plausible) ist cookieless und läuft unabhängig davon. Details in der Datenschutzerklärung.