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English Language Proficiency: ICAO Level für PPL(A)

Ohne gültigen Sprachvermerk im Lizenzdokument darfst du den Funk nicht bedienen — und ohne Funk fliegst du in der Schweiz praktisch nicht. Hier erfährst du, wann du das Language Proficiency Assessment brauchst, wie die ICAO-Stufen funktionieren und worauf du dich beim Test einstellen musst.

Worum es geht

Das Language Proficiency Assessment (LPA) ist ein verpflichtender Sprachtest für Pilot:innen, die Funk in der jeweiligen Sprache machen wollen. Rechtsgrundlage ist ICAO Annex 1 (Personnel Licensing), umgesetzt in der EU/Schweiz über Part-FCL (FCL.055). Der bestandene Test wird als Eintrag in deine Lizenz übernommen — ohne diesen Eintrag darfst du in der jeweiligen Sprache nicht funken.

Für den PPL(A) in der Schweiz brauchst du in der Praxis fast immer Englisch, weil:

Funkst du ausschliesslich auf Deutsch (z.B. nur lokale VFR-Flüge auf einem unkontrollierten Platz mit deutschsprachigem Flugverkehrsleiter), reicht theoretisch ein Sprachvermerk Deutsch. Realistisch: Du machst beides, oder zumindest Englisch.

Wann brauchst du den Eintrag

Spätestens vor der praktischen PPL-Prüfung (Skill Test) musst du den Language Proficiency Eintrag in den Unterlagen haben — der Examiner trägt das Resultat im Anschluss in die Lizenz ein bzw. die Lizenz wird vom BAZL entsprechend ausgestellt. In der Praxis:

Die sechs ICAO-Stufen

Die ICAO definiert sechs Level über sechs Kriterien (Pronunciation, Structure, Vocabulary, Fluency, Comprehension, Interactions):

Du brauchst also mindestens Level 4. Wer als Schüler:in viel Aufwand in den Test steckt und Level 5 oder 6 erreicht, spart sich später Wiederholungsprüfungen und Gebühren.

Wie der Test abläuft

In der Schweiz akzeptiert das BAZL Tests von autorisierten Sprachprüfer:innen (Language Assessment Bodies, LAB). Anbieter sind z.B. AECC, ELPAC, EALTS, sowie verschiedene durch das BAZL anerkannte Schulen und Examiner. Der Test dauert meist 30–45 Minuten und besteht typischerweise aus drei Teilen:

  1. Interview / General English: Allgemeine Fragen zu deiner Fliegerei, Ausbildung, Erfahrung. Hier zeigst du flüssiges Sprechen und Verständnis ausserhalb von Standardphraseologie.
  2. Listening / Comprehension: Du hörst ATC-Aufnahmen oder Pilot-Berichte und beantwortest Fragen oder gibst zusammen, was gesagt wurde. Oft inklusive nicht-perfekter Aufnahmen (Akzente, Störgeräusche).
  3. Picture Description / Unusual Situations: Du beschreibst Bilder (Wetter, Flughafenszenen, technische Ausrüstung) und reagierst auf unerwartete Szenarien — z.B. ein Triebwerksbrand, ein blockiertes Fahrwerk, ein Funkausfall. Hier wird geprüft, ob du über die Standardphraseologie hinaus kommunizieren kannst.

Bewertet werden alle sechs ICAO-Kriterien einzeln. Dein Gesamtlevel ist das niedrigste Einzellevel — wenn du in fünf Bereichen Level 5 hast, aber in Pronunciation nur Level 4, ist das Endresultat Level 4.

Gebühren und Anbieter in der Schweiz

Die Kosten variieren je nach Anbieter, typischerweise CHF 200–400 für den initialen Test, Re-Assessments etwas günstiger. Anbieter findest du über die BAZL-Website (Liste anerkannter LAB) oder über deine Flugschule, die meist Examiner empfehlen kann. Manche Schulen integrieren das Assessment direkt in die Ausbildung.

Tipps für Non-Native Speakers

Wenn Englisch nicht deine Muttersprache ist (gilt für die meisten Schweizer:innen):

Re-Assessment

Läuft dein Level-4-Eintrag nach 4 Jahren ab, musst du den Test wiederholen. Plane das frühzeitig — fliegt der Eintrag aus der Lizenz raus, darfst du nicht mehr funken und damit faktisch nicht mehr im kontrollierten Luftraum fliegen. Das BAZL aktualisiert die Lizenz nach bestandenem Re-Assessment.

Zusammenfassung

Häufige Fragen

Reicht für den Schweizer PPL(A) ein Sprachvermerk auf Deutsch?

Theoretisch ja, wenn du ausschliesslich auf Deutsch funkst. Praktisch nein: Sobald du Zürich, Genf, Basel oder ausländische Plätze anfliegen willst, brauchst du Englisch ICAO Level 4 oder höher. Die meisten PPL-Pilot:innen in der Schweiz machen den Eintrag in beiden Sprachen oder zumindest in Englisch.

Was kostet das Language Proficiency Assessment in der Schweiz?

Je nach Anbieter typischerweise CHF 200–400 für den initialen Test. Re-Assessments sind oft etwas günstiger. Eine Liste anerkannter Language Assessment Bodies findest du beim BAZL oder über deine Flugschule.

Wie oft muss ich den Test wiederholen?

Level 4 ist 4 Jahre gültig, Level 5 sechs Jahre, Level 6 ist unbegrenzt gültig. Nach Ablauf brauchst du ein Re-Assessment — sonst verlierst du die Funkberechtigung in der entsprechenden Sprache.

Kann ich Level 4 schaffen, wenn meine Phraseologie sitzt?

Nicht zwingend. Der Test prüft bewusst dein Englisch ausserhalb der Standardphraseologie — Bildbeschreibung, ungewöhnliche Situationen, freies Sprechen. Wer nur Funk-Floskeln kann, fällt durch. Übe freies Sprechen über fliegerische Themen.

Wann im PPL-Ausbildungsverlauf sollte ich den Test machen?

Spätestens vor der praktischen Prüfung, damit das BAZL die Lizenz mit dem Sprachvermerk ausstellen kann. Sinnvoll ist es, den Test parallel zur Theorie oder kurz vor dem Skill Test zu absolvieren — dann ist dein fliegerisches Vokabular am frischesten.

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Stand: 2026-05-18T16:30:44.55385+00:00. Dieser Artikel ist eine Orientierungshilfe und ersetzt keine offizielle Behörden-Information oder die Ausbildung an einer zugelassenen ATO. Vorschriften können sich ändern — für rechtsverbindliche Auskünfte direkt bei deiner zuständigen Luftfahrtbehörde (BAZL in CH, LBA in DE, Austro Control in AT) oder deiner Flugschule nachfragen.

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