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English Language Proficiency: ICAO Level für PPL(A)

Ohne gültiges Language Proficiency Endorsement darfst du im Funk keine Fremdsprache verwenden – und damit faktisch nicht ausserhalb Österreichs fliegen. Hier erfährst du, wann du den ICAO-Englisch-Nachweis brauchst, wie er bewertet wird und wie der Test bei Austro Control abläuft.

Worum geht es beim Language Proficiency Check?

Die ICAO verlangt von allen Pilot:innen, die im Funkverkehr eine andere Sprache als ihre Muttersprache verwenden, einen Sprachkompetenz-Nachweis. In der EASA-Welt ist das im Part-FCL (FCL.055) geregelt. Für dich als PPL(A)-Anwärter:in in Österreich heisst das konkret: Sobald du englischen Sprechfunk machen willst – also praktisch jeder internationale Flug, jeder Kontakt mit Wien Information auf Englisch, jede Landung in Deutschland, Italien oder der Schweiz – brauchst du ein Language Proficiency Endorsement (LPE) in deiner Lizenz.

Für Österreich kommen zwei Sprachen in Frage:

Die meisten Privatpiloten machen beide Endorsements. Deutsch ist für Muttersprachler:innen unkompliziert (in der Regel Level 6 ohne separaten Test, im Rahmen der Funker-Prüfung). Der eigentliche Engpass ist Englisch.

Die sechs ICAO-Level

Bewertet wird in sechs Stufen, in sechs Kategorien: Pronunciation, Structure, Vocabulary, Fluency, Comprehension und Interactions. Der niedrigste Wert in einer der sechs Kategorien bestimmt dein Gesamtlevel – ein einziges "Level 3" in Pronunciation drückt dich auf Level 3 herunter, auch wenn der Rest Level 5 ist.

Level Bezeichnung Gültigkeit
1–3 Pre-Elementary bis Elementary nicht ausreichend
4 Operational 4 Jahre
5 Extended 6 Jahre
6 Expert unbegrenzt

Level 4 ist das Minimum, um legal englischen Funk zu machen. Du verstehst und sprichst flüssig genug für Standard-Phraseologie und einfache nicht-standardisierte Situationen, hast aber eventuell Akzent, machst Grammatikfehler oder brauchst bei ungewohnten Themen Wiederholungen.

Level 5 zeigt, dass du auch in komplexeren, unerwarteten Situationen (Notfall, Reroute, ungewöhnliche ATC-Anweisungen) sicher kommunizieren kannst.

Level 6 ist Muttersprachler-Niveau oder gleichwertig.

Wann brauchst du den Nachweis?

Spätestens vor der PPL(A)-Skill-Test-Anmeldung bzw. der ersten Lizenzausstellung musst du das LPE haben, wenn du es in der Lizenz eingetragen haben willst. In der Praxis bedeutet das: planen, bevor du in die Schlussphase der Ausbildung kommst. Ohne Endorsement bekommst du zwar die Lizenz, darfst aber nur deutschen Funk in Österreich machen – das schränkt dich massiv ein.

Brauchst du vor dem ersten Solo schon ein LPE? Nein, für rein deutschen Funk im Schulbetrieb nicht. Sobald du aber Cross-Country-Flüge ins Ausland planst, geht ohne Englisch nichts mehr.

Wie läuft der Test in Österreich ab?

In Österreich nimmt Austro Control Sprachprüfungen ab, daneben gibt es akkreditierte Sprachprüfer:innen bei Flugschulen und externen Anbietern (z.B. AustroControl-zertifizierte Examiner). Der Test besteht typischerweise aus drei Teilen:

  1. Aviation-bezogenes Interview – Fragen zu deiner fliegerischen Erfahrung, Theorie, Flugplanung
  2. Bilder-/Situationsbeschreibung – du beschreibst Wetter, Flugplatzansichten, technische Diagramme
  3. Rollenspiel / Funk-Simulation – simulierter Funkverkehr mit nicht-standardisierten Situationen (Notfall, technisches Problem, schlechtes Wetter)

Die Prüfung dauert etwa 20–30 Minuten. Bewertet wird live, das Ergebnis bekommst du in der Regel innerhalb weniger Tage. Die Gebühren liegen je nach Prüfer:in und Setting grob bei 150–250 Euro – vergleich vor der Buchung, das schwankt.

Nach bestandener Prüfung trägt Austro Control das Endorsement in deine Lizenz ein (oder du reichst den Antrag mit dem Prüfprotokoll ein).

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Verlängerung und Auffrischung

Level 4 läuft nach 4 Jahren ab, Level 5 nach 6 Jahren. Rechtzeitig zur Re-Assessment einplanen – fliegst du mit abgelaufenem LPE international, ist das ein klarer Lizenz-Verstoss. Level 6 ist einmalig und gilt lebenslang, ist aber für Nicht-Muttersprachler:innen schwer zu erreichen und wird in Österreich eher konservativ vergeben.

Zusammenfassung

Plan dein LPE Englisch früh in der Ausbildung ein, ziele auf Level 4 als Minimum (besser Level 5), und nutze die Monate vor dem Test für echtes Hörtraining, nicht nur Phraseologie-Pauken. Dann ist der Test eine Formalität – und du fliegst nach dem Skill-Test ohne Sprachbremse los.

Häufige Fragen

Reicht Level 4 für den PPL(A) in Österreich?

Ja, Level 4 ist das gesetzliche Minimum nach FCL.055 für englischen Funk. Du musst aber alle vier Jahre nachprüfen lassen. Wer öfter ins Ausland fliegt oder später IFR machen will, sollte Level 5 anpeilen – das ist sechs Jahre gültig und ein deutlich kleinerer Verwaltungsaufwand.

Muss ich den Test bei Austro Control machen oder geht das auch bei einer Flugschule?

Beides möglich. Austro Control bietet eigene Prüfungen an, daneben gibt es akkreditierte Language Assessor:innen bei Flugschulen und externen Anbietern. Wichtig ist nur, dass die prüfende Stelle für die EASA-Sprachprüfung zugelassen ist – frag vor der Buchung nach der Akkreditierung.

Was kostet der ICAO-Englisch-Test in Österreich?

Grob 150 bis 250 Euro, je nach Prüfer und Format. Manche Flugschulen bieten Paketpreise inklusive Vorbereitungskurs. Die Eintragung in die Lizenz durch Austro Control verursacht zusätzliche Lizenz-Bearbeitungsgebühren.

Kann ich Level 6 als Nicht-Muttersprachler bekommen?

Theoretisch ja, in der Praxis selten. Level 6 verlangt Muttersprachler-Niveau in allen sechs Kategorien – inklusive idiomatischer Wendungen und akzentfreier Aussprache. Die meisten österreichischen Prüfer:innen vergeben Level 6 sehr zurückhaltend. Plan realistisch mit Level 5.

Was passiert, wenn mein LPE abläuft?

Du darfst keinen Funk in der betreffenden Sprache mehr machen, bis du das Re-Assessment bestanden hast. Die Lizenz selbst bleibt gültig, aber praktisch bist du auf deutschen Funk in Österreich beschränkt. Plan die Verlängerung mindestens zwei Monate vor Ablauf ein.

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Stand: 2026-05-18T16:32:57.202177+00:00. Dieser Artikel ist eine Orientierungshilfe und ersetzt keine offizielle Behörden-Information oder die Ausbildung an einer zugelassenen ATO. Vorschriften können sich ändern — für rechtsverbindliche Auskünfte direkt bei deiner zuständigen Luftfahrtbehörde (BAZL in CH, LBA in DE, Austro Control in AT) oder deiner Flugschule nachfragen.

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