VFR-Navigationsplan aus der Karte
Der Navigationsplan beginnt mit der ICAO-Karte. Du liest Strecke, Kurse (true und magnetic), Distanzen, Sicherheitsmindesthöhen (MEF/Geländehöhe + Reserve), markante Bodenmerkmale und Pflichtmeldepunkte heraus. Dazu kommen Plätze aus dem VFR Manual / AIP Suisse VFR-Teil, inklusive Aerodrome Charts (Anflugverfahren, Pistenausrichtung, Funkfrequenzen, PPR-Status). Für jeden Schenkel trägst du TC, Variation, MC, Wind, TH, MH und voraussichtliche Zeit ein. Funk- und Navigationsdaten (TWR, INFO, FIS Genève/Zürich 124.700, VOR/NDB-Frequenzen) gehören vorbereitet ins Bordbuch oder ins EFB. In der Schweiz sind zusätzlich CTR-Eintrittspunkte (z. B. ECHO, NOVEMBER) verbindlich.
Treibstoffplanung
Die Treibstoffberechnung folgt einer fixen Logik: Trip Fuel + Reserve Fuel + Alternate Fuel + Contingency + Extra Fuel + Taxi. Für VFR-Helikopter gilt nach EASA mindestens die Final Reserve von 20 Minuten bei Reisegeschwindigkeit am Tag. Du berechnest den Trip Fuel aus stündlichem Verbrauch (z. B. Robinson R22 ca. 8–10 USG/h, R44 ca. 14–16 USG/h) multipliziert mit der geplanten Flugzeit. Das Fuel Log dokumentiert Soll-Verbrauch pro Schenkel und wird im Flug mit dem effektiven Stand verglichen. Tankstellenverfügbarkeit (AVGAS, Öffnungszeiten) prüfst du im AIP.
Flugvorbereitung: AIP, NOTAM, Plätze
Vor jedem Flug: AIP-Suisse-Briefing (ENR, AD-Teil), aktuelle NOTAM über skybriefing.com oder das EAD, dazu Luftraumstruktur (Klassen C, D, E, G, TMA, CTR, TMZ, RMZ, Restricted Areas wie LS-R Axalp). Du prüfst Bodendienste am Start-, Ziel- und Ausweichflugplatz: Betriebszeiten, Handling, Customs (bei Grenzüberflug Schengen-aussen). Der Alternate muss erreichbar sein mit verbleibendem Treibstoff inkl. Reserve.
Meteorologisches Briefing
Du wertest METAR, TAF, GAFOR, SWC, Höhenwindkarten und das GAMET aus. Für Heli-VFR in den Alpen sind Wind in 700/500 hPa, Nullgradgrenze, Sichten, BKN-Basis und Föhnprognose entscheidend. Achte auf Trends im TAF (TEMPO, BECMG) und auf SIGMET (Turbulenz, Vereisung, Gewitter).
ICAO-Flugplan (ATS-FPL)
Der FPL wird im ICAO-Format ausgefüllt: Item 7 Callsign, Item 8 Flight Rules/Type, Item 9 Aircraft Type und Wake (H für Heli meist L), Item 10 Equipment, Item 13 Departure/EOBT, Item 15 Route, Item 16 Destination/EET/Alternate, Item 18 Other (z. B. DOF, RMK), Item 19 Endurance und Survival. Einreichung in der Schweiz über skybriefing oder Homebriefing, in der Regel mindestens 60 Minuten vor EOBT.
Flugüberwachung und Re-Planning
Im Flug vergleichst du laufend Soll- mit Ist-Position (Track, Zeit über Wegpunkten), Treibstoff (verbleibende Menge ≥ geplante Restmenge + Reserve) und Wetterentwicklung. Bei Abweichung — stärkerer Gegenwind, Wettereinbruch, Sperrgebiet aktiv — kalkulierst du neue ETA, neuen Fuel-Verbrauch und entscheidest über Diversion zum Alternate.
In der BAZL-Prüfung kommen aus 030.03 typischerweise Rechenaufgaben zu Treibstoff, Fragen zu FPL-Items, NOTAM-Interpretation und Luftraum-Szenarien — Stoff, der direkt in deine Solo-Navflüge einfliesst.