Leistungsklassen, Flugphasen und Einflussfaktoren
Flugzeuge werden nach EASA in Performance Classes A, B und C eingeteilt — leichte einmotorige Flugzeuge fallen typischerweise in Class B. Die Flugphasen Start, Steigflug, Reiseflug, Sinkflug und Landung haben jeweils eigene Performance-Berechnungen. Vier Faktoren dominieren: Masse (höher = längerer Startlauf, schlechterer Steiggradient), Wind (Gegenwind verkürzt, Rückenwind verlängert die Strecke), Dichtehöhe (warm und hoch = weniger Leistung) und Pistenneigung/-zustand (Aufwärtspiste, nasses Gras oder Schnee verlängern den Startlauf deutlich). Der Gradient beschreibt das Verhältnis Höhengewinn zu zurückgelegter Horizontaldistanz und ist entscheidend für die Hindernisfreiheit beim Steigflug.
Einmotorige Flugzeuge: V-Speeds und Start-/Landeleistung
Bei SE-Flugzeugen musst du zentrale Geschwindigkeiten kennen: VS (Stall), VR (Rotate), VX (bester Steigwinkel — maximaler Höhengewinn pro Strecke, wichtig bei Hindernissen), VY (beste Steiggeschwindigkeit — maximaler Höhengewinn pro Zeit), VFE, VNO und VNE. Die Start- und Landeleistung wird aus AFM-Tabellen oder -Diagrammen abgelesen: Eingangsgrössen sind Masse, Druckhöhe, Temperatur (OAT) und Wind. Daraus ergeben sich Startrollstrecke und Startstrecke über das 50-ft-Hindernis sowie die entsprechenden Landewerte. Korrekturen für Grasbelag, nasse Piste oder Pistenneigung werden separat aufgeschlagen — typischerweise prozentual.
Steig- und Reiseleistung: Dichtehöhe, Reichweite, Ausdauer
Die Dichtehöhe ist der zentrale Begriff: Sie verbindet Druckhöhe und Temperatur zur effektiven Höhe für Triebwerk und Aerodynamik. Auf einem heissen Sommertag in Samedan kann die Dichtehöhe locker über 8'000 ft liegen, obwohl der Platz physisch tiefer ist — Folge: deutlich reduzierte Steigrate und längere Startstrecke. Mit steigender Masse sinkt die Steigrate, der Treibstoffverbrauch pro NM steigt.
Für die Flugplanung unterscheidest du klar zwischen Range (Reichweite, NM) und Endurance (Ausdauer, Stunden). Die maximale Reichweite (still air range) erreichst du bei einer spezifischen Power-Einstellung, die das beste Verhältnis Verbrauch zu Geschwindigkeit liefert — meist eine relativ niedrige Leistung. Die maximale Endurance erfordert die minimal mögliche Leistung für Horizontalflug, also eine noch tiefere Power-Einstellung bei geringerer Geschwindigkeit. Wind beeinflusst nur die Reichweite über Grund, nicht die Endurance. Die AFM-Tabellen geben dir für verschiedene Druckhöhen und Leistungseinstellungen TAS, Verbrauch und Reichweite vor.
Prüfungsrelevanz
In der BAZL-PPL(H)-Theorie wirst du klassische Rechen- und Verständnisfragen zu Dichtehöhe, Wind- und Massekorrekturen, V-Speed-Definitionen und AFM-Ablesen erhalten. Auch wenn du primär Helikopter fliegen wirst: Die Konzepte Gradient, Density Altitude und das Lesen von Performance-Diagrammen sind eins zu eins auf den Helikopter-Teil 030.03 übertragbar.