Bodenpeilung (Ground DF)
Beim Ground Direction Finding bestimmt eine Bodenstation die Richtung, aus der dein Funkspruch eintrifft. Du sendest auf VHF, das DF-Gerät am Boden misst den Einfallswinkel der Welle und der Lotse gibt dir QDM (magnetischer Kurs zur Station), QDR (magnetische Peilung von der Station weg) oder QTE (rechtweisende Peilung) durch. Reichweite ist VHF-typisch quasi-optisch, also abhängig von Flughöhe und Geländeabschattung. Klassische Fehlerquellen sind Reflexionen an Gebäuden oder Bergen (besonders relevant in alpinen Tälern wie um Sion oder Lugano), Mehrwegeausbreitung sowie zu kurze oder gestörte Sendungen. Die Genauigkeit wird in Klassen angegeben; in der Praxis dient Ground DF heute vor allem als Notfallhilfe bei Orientierungsverlust.
NDB / ADF
Das Non-Directional Beacon sendet im LF/MF-Bereich (typisch 190–1750 kHz) ein ungerichtetes Signal. Dein bordseitiges ADF (Automatic Direction Finder) zeigt mit der Nadel direkt auf die Station – relativ zur Längsachse. Aus relativer Peilung plus Steuerkurs berechnest du QDM oder QDR. NDB-Signale folgen der Erdoberfläche (Bodenwelle) und haben tagsüber moderate Reichweite, leiden aber unter mehreren Fehlern: Night Effect durch Raumwelleninterferenz nach Sonnenuntergang, Coastal Refraction an Land-Wasser-Grenzen, Quadrantal Error durch die Flugzeugzelle, Thunderstorm Effect (Nadel zeigt auf Gewitter statt Station) und Mountain Effect. Letzterer ist in der Schweiz besonders zu beachten. NDBs werden zunehmend ausser Dienst gestellt, sind aber prüfungsrelevant.
VOR
Das VHF Omnidirectional Range arbeitet zwischen 108,0 und 117,975 MHz und liefert dir 360 magnetische Radiale von der Station. Das Prinzip: Die Station sendet ein omnidirektionales Referenzsignal und ein rotierendes Richtsignal; aus der Phasendifferenz ergibt sich dein Radial. Anzeige erfolgt klassisch via OBS, CDI und TO/FROM-Flag. Da VOR auf VHF arbeitet, gilt Line of Sight – Reichweite hängt von der Flughöhe ab und alpine Geländekanten schatten ab. Typische Fehler sind Site Error (durch Geländeunebenheiten an der Station), Scalloping (Reflexionen), Aggregat-Fehler beim Empfänger und Bearing Error mit ±5° als üblicher Genauigkeitsanforderung. Doppler-VOR (DVOR) reduziert geländebedingte Fehler und ist an den meisten modernen Schweizer Stationen Standard.
DME
Distance Measuring Equipment misst die Schrägdistanz (Slant Range) zwischen Helikopter und Bodenstation im UHF-Bereich (962–1213 MHz). Dein Bordgerät sendet Abfrageimpulse, die Bodenstation antwortet nach fester Verzögerung, und aus der Laufzeit wird die Distanz in NM angezeigt. Wichtig: DME zeigt Schräg- und nicht Horizontaldistanz – direkt über der Station liest du nicht null, sondern deine Höhe in NM ("Cone of Silence"). Reichweite ist Line of Sight, typisch bis ca. 200 NM bei genügend Höhe. Eine Station kann maximal etwa 100 Flugzeuge gleichzeitig bedienen. DME wird oft mit VOR oder ILS kombiniert (VOR/DME, ILS/DME) und ist heute die Grundlage für DME/DME-Navigation in modernen FMS – auch in Schweizer IFR-Verfahren.
Prüfungsrelevanz
Das BAZL fragt in 060 Navigation gezielt Prinzipien, Fehler und Reichweiten ab – oft als Multiple-Choice mit feinen Unterscheidungen (z.B. welcher NDB-Fehler nachts auftritt, oder warum DME über der Station nicht null anzeigt). Wer die vier Systeme sauber abgrenzen kann, holt sich hier sichere Punkte.