Buchstabieren – das ICAO-Alphabet
Das ICAO-Buchstabieralphabet (Alfa, Bravo, Charlie … Zulu) ist der weltweite Standard. Du nutzt es beim Buchstabieren von Rufzeichen, Wegpunkten, ATIS-Kennungen und Routen. In der Schweiz wird durchgehend englische Phraseologie verwendet, im unkontrollierten Verkehr teilweise auch deutsch/französisch – das Alphabet bleibt aber gleich. Wichtig: HB-ZXY wird als «Hotel Bravo – Zulu X-Ray Yankee» übermittelt, nicht buchstabengetreu abgekürzt. Auch ATIS-Information wie «Information Charlie» folgt diesem Schema. Falsche Aussprache (z. B. «November» statt «Niner» bei Zahlen) ist eine häufige Fehlerquelle in der Prüfung.
Zahlen und Höhenangaben
Zahlen werden in der Luftfahrt einzeln ausgesprochen: «one – two – tree – four – fife – six – seven – eight – niner – zero». Höhen, Höhenmesser-Einstellungen und Headings folgen festen Mustern: «Climbing altitude four thousand five hundred feet», «QNH one zero one tree», «Heading two seven zero». Flugflächen heissen «Flight Level niner zero». Frequenzen werden bis zur letzten signifikanten Stelle gelesen («one one niner decimal three»). Bei Wind, Pisten und Transponder werden Ziffern einzeln gesprochen – Squawk «seven zero zero zero».
Zeitübermittlung
Zeitangaben erfolgen in UTC, üblicherweise nur mit den Minuten («at four five»), wenn keine Verwechslung möglich ist; sonst mit voller Stunde und Minute («one tree four five»). In der Schweiz beachte den Unterschied zur Lokalzeit (UTC+1 bzw. UTC+2 in der Sommerzeit) – Flugpläne, ATIS und Clearances sind immer in UTC.
Sendetechnik
Vor dem Senden: zuhören, ob die Frequenz frei ist. Dann PTT drücken, eine kurze Pause, klar und in normalem Tempo sprechen, PTT loslassen. Die Mikrofondisziplin – keine «ähs», keine privaten Bemerkungen – ist Prüfungsthema und gelebte Realität.
Standardphrasen und RTF-Phraseologie
Begriffe wie «Roger», «Wilco», «Affirm», «Negative», «Standby», «Say again», «Cleared», «Approved», «Request» haben präzise Bedeutung. «Roger» heisst nur «verstanden», nicht «verstanden und werde ausführen» – das wäre «Wilco». Diese Unterscheidung wird in BAZL-Prüfungen gerne abgefragt.
Rufzeichen – Boden und Luftfahrzeug
Bodenstationen werden mit Ort plus Dienstart angerufen: «Zurich Tower», «Geneva Approach», «Bern Information». Luftfahrzeuge nutzen das Eintragungs- oder das Firmenrufzeichen, z. B. «Helicopter HB-ZXY» bei der ersten Kontaktaufnahme. Die Bodenstation darf das Rufzeichen abkürzen («HB-XY»), erst dann darf auch der Pilot kürzen. Eigenmächtiges Abkürzen ist nicht erlaubt.
Übergabe der Kommunikation
Frequenzwechsel erfolgen nur auf ATC-Anweisung: «Contact Zurich Approach one two five decimal niner五» – Pilot liest zurück und meldet sich auf der neuen Frequenz mit vollem Rufzeichen und Stand (Höhe, Position).
Test und Verständlichkeitsskala
Funktests laufen nach dem Schema «Radio check, how do you read?» – Antwort auf der Readability-Skala 1 (unreadable) bis 5 (perfectly readable).
Readback-Pflicht
Clearances, Höhen, Headings, Frequenzen, Pisten, QNH und Transpondercodes sind readback-pflichtig. Der Controller bestätigt mit «Readback correct» oder korrigiert. Diese Bestimmungen sind in der BAZL-Prüfung praktisch immer vertreten – ohne sichere Phraseologie keine Lizenz.