Druck-, Temperatur- und Kraftstoffmessung
Druckmesser arbeiten meist mit Bourdon-Röhren, Membranen oder Kapseln und überwachen Öl-, Hydraulik- oder Treibstoffdrücke. Temperatursensoren sind entweder Widerstandsthermometer (Pt100, für Öl- und Lufttemperatur) oder Thermoelemente (für hohe Temperaturen wie EGT/TOT in Turbinen). Kraftstoffvorrat wird kapazitiv oder über Schwimmer gemessen – kapazitive Geber sind genauer, aber temperaturabhängig. Flow Meter zeigen den momentanen Verbrauch (kg/h oder lbs/h) und sind essentiell für die Reichweitenplanung.
Stellungsgeber, Torque und Tachometer
Stellungsgeber überwachen z. B. Klappen oder Trim-Positionen, oft als Synchros oder Potentiometer. Der Torquemeter ist im Helikopter zentral: Er misst das vom Triebwerk an den Rotor abgegebene Drehmoment, meist hydraulisch oder über Phasenverschiebung einer Welle. Tachometer zeigen Rotor- (NR) und Triebwerksdrehzahl (NF/N1/N2) – häufig als Doppelzeiger-Instrument. Bei Autorotation muss die NR-Nadel zwingend im grünen Bereich bleiben.
Pitot-Statik-System: Höhe, Speed, Vario
Der Höhenmesser ist eine Aneroiddose, die statischen Druck mit der Standardatmosphäre vergleicht. Du musst QNH (Druck auf MSL), QFE (Platzdruck) und 1013.25 hPa (Standard für FL) sicher unterscheiden – im Schweizer Luftraum wechselst du bei der Transition Altitude auf Standard. Fahrtmesser nutzen die Differenz aus Total- und Statikdruck; IAS, CAS und TAS unterscheiden sich durch Instrumenten-, Kompressibilitäts- und Dichtefehler. Das Variometer reagiert auf Druckänderungen und hat eine bauartbedingte Verzögerung von einigen Sekunden.
Temperaturanzeigen im Helikopter
Neben OAT überwachst du Öltemperatur, TOT/EGT und teilweise Getriebetemperaturen. Thermoelemente erzeugen eine Spannung proportional zur Temperaturdifferenz – Kabelbruch oder kalte Vergleichsstelle führen zu typischen Fehlern.
Kompass und Kreiselinstrumente
Der Direktkompass nutzt das Erdmagnetfeld und zeigt Deviation, Variation sowie die typischen Beschleunigungs- (ANDS) und Kurvenfehler (UNOS auf der Nordhalbkugel). Kreiselinstrumente – Wendezeiger, künstlicher Horizont und Kurskreisel – beruhen auf Starrheit und Präzession. Sie driften und müssen regelmässig nachgeführt werden. Im Helikopter ohne Vakuumsystem sind oft elektrische Kreisel verbaut.
Kommunikation, Warnsysteme und Glascockpit
VHF (118–137 MHz) ist Sichtlinien-gebunden; HF und SATCOM spielen im PPL(H)-Alltag kaum eine Rolle. Warnsysteme umfassen Rotor-Overspeed, Engine-Out-Hupe, Low-RPM-Warner und teils Radio-Altimeter. Moderne Helikopter (z. B. H125, H135) zeigen all diese Werte auf integrierten EFIS-Displays mit LCD- oder AMLCD-Technologie – mit dem Vorteil konsolidierter Darstellung, aber abhängig von Stromversorgung und Helligkeitssensorik.
In der BAZL-Prüfung sind besonders Höhenmesser-Definitionen, Pitot-Statik-Fehler, Kompassfehler und die helikopter-spezifischen Anzeigen (NR, Torque, TOT) wiederkehrende Themen.